Netzkunden

Zähler der neuesten Generation kommen: Ein wichtiger Schritt in Richtung Energiewende

Die Digitalisierung der Energiewende schreitet voran: Das Bundeswirtschaftsministerium schreibt den Einbau moderner Zähler innerhalb der nächsten Jahre vor. Diese sollen zukünftig den Informationsaustausch zwischen Energieerzeugern und -verbrauchern ermöglichen. Die Grundlage hierfür bildet das neue Messstellenbetriebsgesetz (MsbG).

Zum Hintergrund des Zählerwechsels

Strom stammt immer häufiger aus Quellen, die wetterabhängig und nicht planbar sind, wie etwa Sonne und Windkraft. Die schwankende Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien erfordert ein Netz, das miteinander kommuniziert und Stromerzeugung und -verbrauch in Einklang bringt. Zu viel Strom auf einmal würde das Netz überlasten – zu wenig Strom würde einen Ausfall verursachen. Beides würde unsere Kunden unzufrieden machen. Wenn Erzeugungsanlagen und Verbraucher Kommunikationsverbindungen nutzen, kann im Stromnetz ein Ausgleich geschaffen werden.

Durch die neuen Geräte können außerdem variable Stromtarife eingeführt werden. Für die Kunden werden so Anreize geschaffen, ihre Verbräuche in Zeiten zu verlagern, in denen Energie z. B. aus natürlichen Ressourcen besser verfügbar ist. Zusätzlich hilft die neue Technik beim Energiesparen. Mit der Einführung dieser neuen Zähler schafft der Gesetzgeber die technische Infrastruktur für die Energiewende.

Allgemeine Fragen zum Rollout der neuen Zähler

Was ist eine moderne Messeinrichtung?

Eine moderne Messeinrichtung (mME) ist eine Messeinrichtung, die den Energieverbrauch gesamt und aktuell widerspiegelt und für 24 Monate speichert.

Was ist ein intelligentes Messsystem?

Ein intelligentes Messsystem (iMS) ist eine moderne Messeinrichtung, die über eine Kommunikationseinheit (Gateway) in ein sicheres Kommunikationsnetz eingebunden ist. Alternativ ist auch die Bezeichnung "SmartMeter" gebräuchlich.

Bekomme ich eine moderne Messeinrichtung oder einen intelligentes Messsystem?

Als Privatkunde mit einem Jahresverbrauch von unter 6.000 kWh wird bei Ihnen eine moderne Messeinrichtung installiert. Mit einem Jahresverbrauch von bis zu 100.000 kWh erhalten Sie ein intelligentes Messsystem.

Zudem wird bei Einspeisern (z.B. mit Photovoltaikanlagen), deren Anlage mehr als 7 Kilowatt (kW) installierte Leistung hat, ein intelligentes Messsystem eingebaut. Dieses arbeitet als "Zweirichtungszähler" und ist eine Kombination aus Einspeisezähler und Bezugszähler. Sie benötigen also nur ein Gerät und nicht zwei separate Zähler für Verbrauch und Einspeisung.

Wo erhalte ich Informationen zu meinem neuen Zähler?

Technische Informationen zu Ihrem neuen Stromzähler, wie z.B. eine Bedienungsanleitung, erhalten Sie hier.

Welche Vorteile bringen die neuen Zähler?

Die modernen Messsysteme ermöglichen es, Ihren Energieverbrauch der letzten 24 Monate – auf Tage, Wochen, Monate und Jahre zusammengefasst –über ein Display nachzuvollziehen. Sie sehen jederzeit Ihren tatsächlichen Energieverbrauch, Ihre Nutzungszeit und mögliche Änderungen Ihres Verbrauchsverhaltens. Mit einem intelligenten Messsystem sehen Sie noch mehr: Informationen zu Ihrem Tarif, entsprechende Messwerte und mögliche Wechsel in andere Tarifzonen können Sie in einem Kundenportal abrufen. So können Sie Ihre Rechnung besser nachvollziehen. Zudem kann das intelligente Messsystem Daten versenden und empfangen und angeschlossene Geräte oder Anlagen werden somit steuerbar.

Welche Kosten kommen auf mich zu?

Der Austausch des Zählers ist für Sie kostenlos. Sie zahlen weiterhin nur Ihre jährlichen Betriebskosten. Die Abrechnung dafür erfolgt, je nachdem welchen Lieferanten Sie haben, entweder wie bisher auch direkt über diesen oder aber ggf. über wesernetz separat.

Die Kosten für den Messstellenbetrieb richten sich nach Ihrem Jahresverbrauch und bei Einspeisern nach der installierten Einspeiseleistung. Der Gesetzgeber hat Preisobergrenzen festgelegt, die von allen grundzuständigen Messstellenbetreibern, in diesem Fall wesernetz, einzuhalten sind. Daran halten wir uns selbstverständlich.

Wann ist es soweit?

Sie werden rechtzeitig schriftlich benachrichtigt. Etwa drei Monate vor Einbau erhalten Sie eine persönliche Ankündigung und 2 Wochen vorher einen Terminvorschlag von uns per Post. Sollte dieser für Sie nicht passen, vereinbaren Sie gerne einen Wunschtermin mit uns. Unsere Kontaktdaten finden Sie auf dieser Seite bzw. in dem Schreiben, welches wir Ihnen senden. 

Woran erkenne ich Ihre Mitarbeiter?

Unsere und die Mitarbeiter unserer Servicepartner sind verpflichtet, sich Ihnen gegenüber auszuweisen.

Wie lange dauert der Zählerwechsel?

Der Wechsel des Zählers dauert etwa 30 Minuten.

Muss ich beim Einbau des neuen Zählers anwesend sein?

Nein, Ihre Anwesenheit ist nicht erforderlich, sofern der Zugang zum Zählerschrank beziehungsweise Zählerplatz gewährleistet ist. Sie können z.B. Ihre Nachbarn fragen, ob Sie den Zugang ermöglichen können, sofern Sie keine Zeit haben.

Was passiert mit dem alten Zähler?

Der alte Zähler wird ausgebaut und anschließend durch uns fachgerecht entsorgt.

Kann ich Widerspruch gegen den Zählereinbau einlegen?

Nein, gemäß MsbG besteht eine Mitwirkungspflicht im Sinne der Digitalisierung der Energiewirtschaft. Weder der Stromkunde noch der Wohnungseigentümer ist berechtigt, die Ausstattung einer Messstelle zu verhindern oder nachträglich abändern zu lassen.

Müssen auch andere Zähler getauscht werden?

Nein. Gas-, Wasser- oder Wärmezähler sind nicht betroffen.

Was geschieht mit meinen Daten?

Bei modernen Messeinrichtungen werden die Verbrauchsdaten im Gerät gespeichert. Die Daten werden einmal pro Jahr durch Sie oder einen Zählerableser abgelesen und für die Abrechnung genutzt.

Bei intelligenten Messsystemen erfolgt die Ermittlung der Zählerstände viertelstündlich und sie werden im Gerät gespeichert. Sie können diese Daten "vor Ort" zur eigenen Verbrauchsvisualisierung nutzen, eine Datenübertragung nach Extern erfolgt dabei noch nicht.

In unserer Grundeinstellung werden die Daten monatlich an den Lieferanten und den Netzbetreiber übermittelt. Nur wenn Sie einen Tarif mit Ihrem Lieferanten abgeschlossen haben, der eine genauere Messung und Übermittlung erfordert, werden die Daten entsprechend häufiger übermittelt.

Da Stromverbrauchswerte, die intelligente Messsysteme erheben, theoretisch Rückschlüsse auf Lebensgewohnheiten erlauben, sind sie hochsensibel. Deshalb werden vom Gesetzgeber hohe Anforderungen an die Datensicherheit gestellt. Personenbezogene Daten werden gelöscht, sobald sie nicht mehr benötigt werden. Sollten Daten weitergehend genutzt werden, werden wir von Ihnen immer vorab eine Zustimmung dazu einholen. Weitere Informationen zum Datenschutz erhalten Sie auch unter https://www.wesernetz.de/datenschutz.

Wie steht es um Datenschutz und Sicherheit der neuen Zähler?

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat unter Einbindung des Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI), der Bundesnetzagentur (BNetzA) und der Physikalisch-Technischen-Bundesanstalt (PTB) verbindliche Schutzprofile und technische Richtlinien zum Datenschutz und zur Datensicherheit erarbeitet. Nur solche Zähler erhalten ein Siegel des BSI, welche nachgewiesenermaßen die sehr hohen Datenschutz- und Datensicherheitsanforderungen erfüllen. Auch zukünftig wird das BSI die Sicherheit überwachen und die Sicherheitsanforderungen kontinuierlich anpassen.