GLOSSAR

Die Energiebranche verwendet zahlreiche technische Begriffe und Abkürzungen, die für viele Menschen auf den ersten Blick schwer verständlich sind. Auch auf unserer Webseite begegnen Ihnen solche Fachbegriffe regelmäßig.

Damit Sie sich schnell und sicher orientieren können, stellt wesernetz Ihnen ein umfassendes Glossar zu zentralen Begriffen, Kürzeln und Prozessen von Netzbetreibern zur Verfügung. Jeder Eintrag ist sorgfältig recherchiert und verständlich erklärt, damit Sie Fachsprache leichter entschlüsseln und die Abläufe in der Energiebranche besser nachvollziehen können.


 
Ableseturnus Regelmäßige Intervalle (z.B. jährlich), in denen der Energieverbrauch anhand von Verbrauchsmessgeräte (z.B. Stromzählern) gemessen und abgelesen wird.
Abrechnungszeitraum Zeitraum, für den die Energiekosten berechnet werden.
Anlagenbetreiber Die verantwortliche Person für den Betrieb, die Wartung und die Einhaltung rechtlicher Vorgaben von Erzeugungsanlagen (z.B. Solaranlagen).
 Anschlusskosten Alle einmalig anfallenden Kosten, die entstehen, um ein Gebäude, Grundstück oder eine technische Anlage physisch und technisch an das Versorgungsnetz (z. B. Strom, Gas, Wasser) anzuschließen.

Anschlussnehmer

Person oder Unternehmen, deren Objekt (Haus oder Grundstück) oder elektronische Anlage (z.B. Balkonkraftwerke) ans Netz angeschlossen ist.
Anschlussnutzung Person oder Unternehmen, das den Netzanschluss zur Stromeinspeisung oder zur Versorgung (mit Strom, Gas etc.) nutzt.
Arbeitspreis Preisangabe für Gas- und Stromrechnungen für die verbrauchte Kilowattstunde (meist in ct/kWh)
Ausspeisepunkt Punkt, an dem Energie aus dem Netz entnommen wird. Ein Ausspeisepunkt ist also der Ort, an dem Gas, Wärme oder eine andere Energieform aus dem Netz zu den Verbrauchenden oder zu einer Anlage fließt.

   
Bilanzkreis Virtueller Energiekreislauf zur Bilanzierung von Einspeisung und Entnahm, um sicherzustellen, dass die vom Bilanzkreisverantwortlichen beschaffte und eingespeiste Energie mengenmäßig zur entnommenen Energie passt.
Bilanzkreisabrechnung Abrechnung der Differenzen zwischen Einspeisung und Entnahme im Bilanzkreis. Abweichungen werden finanziell ausgeglichen, damit das Energiesystem stabil und ausgeglichen bleibt.
Bilanzkreiszuordnung Zuordnung von Einspeisung und Entnahme zu einem Bilanzkreis. Jede Verbrauchs- oder Erzeugungsanlage wird einem Bilanzkreis zugeordnet, damit ihre Mengen korrekt bilanziert werden können.
Biogasanlage Anlage zur Erzeugung von brennbarem Biogas durch Vergärung aus organischen Materialien. Das erzeugte Gas kann verstromt, direkt genutzt oder nach Aufbereitung ins Gasnetz eingespeist werden.

   
Co Kohlenmonoxid ist ein farb- und geruchloses, hochgiftiges Gas, das bei unvollständiger Verbrennung von kohlenstoffhaltigen Materialien entsteht. Es blockiert den Sauerstofftransport im Blut und kann schon in kleinen Mengen lebensgefährlich sein, weshalb CO-Melder in Innenräumen wichtig sind.



 Dezentrale Erzeugungsanlagen Kleinere, lokale Anlage zur verbrauchsnahen Erzeugung von Energie (z.B. Photovoltaik, kleine Windenergieanlagen, Blockheizkraftwerke oder Biogasanlagen).

   
EEG Erneuerbare-Energien-Gesetz, das die Nutzung erneuerbarer Energien fördern soll.
Einspeisemengen Menge an Energie, die ins Netz eingespeist wird.

Energieanbieter

Unternehmen, die für die Energiebelieferung verantwortlich sind und dem Kunden nach vertraglicher Vereinbarung mit Strom oder Gas (über die Netze des Netzbetreibers) beliefert.
Energieentnahme Entnahme von Energie aus dem Netz. Damit ist die Menge an Energie gemeint, die von Verbrauchern oder Anlagen aus einem Energieversorgungsnetz (z. B. Strom‑, Gas‑ oder Wärmenetz) bezogen wird.
Energiemanagementsystem System zur Kontrolle und Optimierung des Energieverbrauchs.
Erzeugungsanlagen

Technische Anlagen zur Erzeugung von Energie (z. B. Photovoltaik‑, Wind‑, Wasser‑ oder Biogasanlagen), die primäre oder umgewandelte Energie bereitstellen und häufig in das Versorgungsnetz einspeisen.

   
Fahrplan Zeitplan für die Einspeisung und Entnahme von Energie. Er legt fest, wie viel Energie in bestimmten Zeitabschnitten bereitgestellt oder aus dem Netz bezogen wird und dient der stabilen Netz- und Bilanzkreisführung.
Fahrplanlieferung Lieferung von Energie gemäß einem festgelegten Fahrplan. Dabei verpflichtet sich der Lieferant, zu definierten Zeitpunkten genau die im Fahrplan vereinbarten Energiemengen bereitzustellen.
Fahrplanprognosen Vorhersagen über zukünftige Energieeinspeisungen und -entnahmen. Sie werden z. B. aus Verbrauchsdaten, Wettermodellen oder Erzeugungsprognosen abgeleitet, um Netzbelastungen und Bilanzkreise vorausschauend steuern zu können.

 



Grundpreis Feste Grundgebühr der Energiekosten, unabhängig vom Verbrauch. Der Grundpreis deckt vor allem fixe Kosten des Energieversorgers, z. B. für Netzbereitstellung, Messstellenbetrieb, Abrechnung und Kundenservice.

   
Konzessionsabgaben Gebühren, die Netzbetreiber an Kommunen zahlen. Sie werden dafür entrichtet, dass kommunale Flächen (z. B. Straßen und Wege) für den Bau und Betrieb von Energieversorgungsnetzen genutzt werden dürfen.
Kundenanlage Energieanlage, die einem bestimmten Kunden gehört.
kVA "kVA" steht für Kilovoltampere und gibt die scheinbare Leistung eines Wechselrichters an. Sie sagt also aus, wie viel Strom ein Gerät insgesamt liefern kann, unabhängig davon, wie gut es diesen Strom tatsächlich in nutzbare Leistung umsetzt. Das ist wichtig, um Geräte wie Wechselrichter korrekt zu planen und auszulegen.
kWp Kilowatt Peak gibt die maximale Leistung an, die die Erzeugungsanlage unter optimalen Bedingungen erzeugen kann. Dies wird vor allem bei Photovoltaikanlagen genutzt, um deren Spitzenleistung bei Standard-Testbedingungen (STC) anzugeben.

 



Lastgang Detaillierter Verlauf des Energieverbrauchs über die Zeit. Er zeigt, wie sich der Verbrauch in kurzen Zeitintervallen (z. B. alle 15 Minuten) verändert und wird zur Analyse, Planung und Optimierung des Energiebedarfs genutzt.

   
Nahwärme Wärmeversorgung über kurze Distanzen (meist 1 km) für einen Stadtteil oder eine Siedlung (z.B. durch zentrale Anlagen wie Blockheizkraftwerke oder Großwärmepumpen), die den Aufwand für individuelle Heizsysteme reduziert.
Netzanschluss  Verbindung zum Energieversorgungsnetz. Er stellt die physische Schnittstelle dar, über die Strom, Gas oder Wärme bezogen oder eingespeist wird.
Netzanschlusskapazität (NAK) Maximale Leistung, die über den Netzanschluss bezogen werden kann. Sie begrenzt, wie viele Geräte oder Anlagen gleichzeitig betrieben werden dürfen, ohne den Anschluss zu überlasten.
Netzanschlusskosten Kosten für den Netzanschluss. Dazu zählen beispielsweise Bauarbeiten, Leitungsverlegung, Zählereinrichtungen und technische Prüfungen. 
Netzanschlusspunkt Physischer Punkt, an dem der Netzanschluss zur Stromeinspeisung oder Stromentnahme erfolgt. Er bildet die technische Übergabestelle zwischen Kunde und Netzbetreiber.
Netzanschlussvertrag Vertrag über den Netzanschluss, der Rechte und Pflichten für Herstellung, Nutzung und technische Anforderungen des Netzanschlusses regelt.
Netzbetreiber Unternehmen, das das Energieversorgungsnetz betreibt. In Bremen ist wesernetz der Netzbetreiber für Strom, Gas, Wasser und Wärme und verantwortlich für Bau, Betrieb, Wartung und Netzsicherheit.
Netzentgelt Gebühr für die Nutzung des Energieversorgungsnetzes, das in den Abschlägen an die Energieanbieter beinhaltet ist. Es deckt die Kosten für Transport, Instandhaltung, Messung und Verteilung der Energie.
Netzführung Steuerung und Überwachung des Netzbetriebs. Dazu gehören das Steuern des Energieflusses, das Beheben von Problemen im Netz und das Sicherstellen, dass das Netz jederzeit zuverlässig funktioniert.
Netznutzung Nutzung des Energieversorgungsnetzes.
Netznutzungsvertrag
Vertrag zwischen Netzbetreiber und Energieanbieter über die Nutzung des Energieversorgungsnetzes und die entsprechenden Entgelte.

Nutzungsentgelte 

(Netznutzungsentgelte)

Gebühr für die Nutzung von Netzinfrastrukturen. Sie werden vom Energieanbieter an den Netzbetreiber gezahlt und an den Endkunden weitergegeben.
Netzzugang Zugang zum Energieversorgungsnetz. Er beschreibt das Recht eines Energieanbieters oder Anlagenbetreibers, das Netz technisch und wirtschaftlich nutzen zu dürfen.

   
Offshore Übersetzt bedeutet es vor der Küste, oft im Kontext von Energieherstellung (Öl, Gas oder Strom) auf dem Meer. Der Begriff wird häufig für Windenergieanlagen verwendet, die weit draußen auf dem Wasser stehen.
Offshore-Netzumlage:  Aufschlag auf die Netzentgelte zur Finanzierung von Offshore-Netzanbindungen. Sie hilft, die Kosten für Bau, Betrieb und Instandhaltung der Seekabel zu decken, die Offshore‑Windparks mit dem Festland verbinden.



Prozesswärme Wärme, die in industriellen Prozessen (z. B. zum Erhitzen, Trocknen, Schmelzen oder Reinigen) in Fabriken genutzt wird und ein wichtiger Bestandteil vieler Produktionsschritte ist.

   
Standardlastprofil (SLP) Typisches oder erwartetes Verbrauchsprofil für bestimmte Kundengruppen. Es zeigt, wie sich der Stromverbrauch z. B. von Haushalten oder kleinen Gewerben über den Tag verteilt, wenn keine genaue Messung vorliegt.
Scheinbare Leistung  

Die scheinbare Leistung zeigt die maximale Belastung in kVA an, die ein Wechselrichter bewältigen kann. Die tatsächliche nutzbare Energie wird hingegen in Kilowatt (kW) gemessen.

 
Steuerungsmaßnahmen Maßnahmen zur Steuerung des Energieverbrauchs für ein stabileres Energienetz. Dazu gehört z. B. das gezielte Ein- und Ausschalten oder Drosseln von Anlagen, um das Netz bei hoher Last zu entlasten.
Stromkennzeichnung Gesetzliche Kennzeichnung der Herkunft des Stroms, die zeigt, aus welchen Energiequellen der Strommix stammt (z. B. erneuerbare und fossile Energie) und wie viel CO₂‑Emissionen damit verbunden sind.
Stromlieferungsvertrag Vertrag über die Lieferung von Strom zur Regelung von Preisen, Laufzeit, Abrechnungsmodalitäten sowie Rechten und Pflichten zwischen Energieanbieter und Kunde.

 



Technische Anschlussbedingungen (TAB) Technische Anforderungen für den Netzanschluss. Sie legen fest, wie elektrische Anlagen geplant, gebaut und angeschlossen werden müssen, damit sie sicher und kompatibel mit dem Netz des Netzbetreibers funktionieren.



Übergabestelle Punkt, an dem Energie vom Netz oder ins Netz übergeben wird (siehe Einspeisepunkt)

 

 
Verbrauchseinrichtung Gerät oder Anlage, die Energie verbraucht (z. B. Haushaltsgeräte, Maschinen, Heizungen oder Ladegeräte)
Verteilnetz Lokales Netz zur Verteilung von Energie von größeren Netzknoten bis zu Haushalten, Gewerbe und kleinen Unternehmen in einer Region.
Verfügungsbereich Bereich, in dem ein Netzbetreiber tätig ist. Dazu gehören alle geografischen Gebiete, Anlagen und Leitungen, für die der Netzbetreiber verantwortlich ist.
Verschiebungsfaktor Faktor zur Anpassung von Lastprognosen. Er wird genutzt, um vorhergesagte Lastverläufe zu korrigieren, wenn sich Verbrauch oder Einspeisung zeitlich verschieben.



Wechselrichter

Ein elektronisches Gerät zur Umwandlung von Gleichstrom aus Solar- oder Batterieanlagen in Wechselstrom. So wird der Strom für den Haushaltsgebrauch oder die Einspeisung ins Stromnetz nutzbar. 



Zählpunkt Punkt, an dem der Energieverbrauch gemessen wird. Jeder Zählpunkt hat eine eindeutige Nummer (Zählpunktbezeichnung), über die Strom‑ oder Gasverbrauch einer bestimmten Anlage oder einem bestimmten Anschluss eindeutig zugeordnet werden kann.