DER ZUKUNFT ZUGEWANDT 

Alle Marktakteure stehen in den kommenden Jahren vor der Herausforderung der fortschreitenden Digitalisierung. Die Netzbetreiber und grundzuständigen Messstellenbetreiber betrifft dies insbesondere in der Weiterentwicklung der intelligenten Regelung, Automatisierung und Überwachung der Netze.

Was ist das intelligente Netz?

Intelligentes Messsystem im Zählerschrank verbaut

Der Einsatz von intelligenter Messtechnik, auch direkt beim Kunden durch Einsatz von Smart Metern, spielt eine entscheidende Rolle. Im Bereich der elektrischen Versorgungsnetze sind die Umsetzung und der Roll-out der neuen Gerätemesstechnik (Smart Meter) bereits beschlossen und in der Umsetzungsphase. Trotz des aktuellen Fokus auf elektrische Netze ist wesernetz bereits im Bereich der Gasnetze in der Planung. wesernetz setzt bereits heute nur noch Gaszähler ein, die mit einer Schnittstelle zur Aufnahme eines Kommunikationsmoduls ausgerüstet sind. Diese vorausschauende Planung ermöglicht es uns, kurzfristig und effizient auf gesetzliche Änderungen oder andere Einflussfaktoren zu reagieren.

Der Einsatz von intelligenter Mess- und Regelungstechnik wird beispielsweise bereits konkret in einem Pilotprojekt erprobt. Dieses Pilotprojekt untersucht, ob sich die Druckregelung künftig automatisiert an den Verbrauch anpassen und dadurch die benötigte Kapazität im vorgelagerten Netz reduzieren lässt. Hierbei handelt es sich um zwei im Konzernverbund eingesetzte Pilotanlagen. Mit diesen Anlagen werden Erkenntnisse über das Prinzip der dynamischen Druckregelung gewonnen, um die überwiegend statische Druckregelung perspektivisch abzulösen. Die Pilotanlagen passen die Druckregelung automatisiert an die Verbrauchssituation an und nutzen dadurch die Speicherfähigkeit des Gasnetzes, den sogenannten Netzpuffer, effizienter aus. Auf diese Weise werden die Volumenströme geglättet und Spitzenlasten reduziert. Dadurch können Kapazitäten im vorgelagerten Netz eingespart werden.  

Sektorkopplung

Die Sektorenkopplung verknüpft die Bereiche Strom, Wärme und Verkehr und kann dazu beitragen, erneuerbar erzeugte Energie auch in Wärme- und Gasnetzen nutzbar zu machen. Dabei geht es konkret auch um die technische Kopplung von Strom-, Wärme und Gasnetzen. Ein prägnantes Beispiel ist die Integration erneuerbarer Energien in das deutsche Stromnetz. Aufgrund der Dargebotsabhängigkeit von Wind und Sonne, kombiniert mit dem Ausbau von Windenergieanlagen und Photovoltaikanlagen, kommt es beispielsweise immer häufiger zu Engpässen in elektrischen Übertragungsnetzen. Diese müssen durch kostenintensive Redispatchmaßnahmen, einen Eingriff des Netzbetreibers in die Kraftwerksfahrpläne oder eine Abregelung von erneuerbaren Energien geheilt werden. Dabei sind im Jahr 2015 über 400 Millionen Euro aufgelaufen, die über die Netzentgelte auf die Endkunden umgewälzt wurden. Ein Weg, die Abregelung von erneuerbaren Energien zu verhindern und somit auch die durch die Allgemeinheit getragenen Redispatchkosten zu senken, ist die angeführte Sektorenkopplung. Hierdurch ist die Umwandlung und Nutzung der Energie über die Power-to-Heat- und Power-to-Gas-Technologie in bestehende Wärme- und Gasnetze möglich. Besonders das durch Power-to-Gas-Technologie hergestellte synthetische Erdgas ist zu einem späteren Zeitpunkt wieder in Strom umwandelbar. Damit kann die vorhandene Gasinfrastruktur als eine Möglichkeit genutzt werden, Energie aus Strom zeitlich versetzt wieder verfügbar zu machen. wesernetz verfügt bereits im Konzern über Erfahrungen im Bereich der Sektorenkopplung und treibt diese Zukunftstechnologien voran, um auch zukünftig den Kunden kostengünstige Netzentgelte anzubieten.
Eine Luftbildaufnahme von Bremen bei Nacht
Themen
Informationen zu den Themen Umweltmanagement, Elektromobilität, Fernwärme, Erdgas und Wasserstoff können Sie hier finden.
Eine junge Frau ließt an einem geöffneten Zählerschrank den modernen Stromzähler ab
Intelligente Messsysteme

Hier finden Sie die wichtigsten Informationen sowie FAQs rund um das Thema intelligente Messsysteme.